Neues Testament

Bibelübergaben in drei Sprachen

Eine Bibel und zwei Neue Testamente für Westafrika

Eine Bibel und zwei Neue Testamente werden in den nächsten Wochen an die Bevölkerung in der Elfenbeinküste und in Kamerun übergeben. Bei allen drei Übersetzungen waren deutsche Mitarbeiter der Bibelübersetzungsorganisation Wycliff maßgeblich beteiligt.
Am 15. Februar wird die Fertigstellung der gesamten Bibel auf Jula in Ferkessédougou, Elfenbeinküste mit einem großen Fest gefeiert. Damit gehört Jula zu den weniger als 520 Sprachen, in denen es eine vollständige Bibelübersetzung gibt – bei einer Gesamtzahl von derzeit 6 918 Sprachen weltweit. Jula wird von 2,5 Millionen Menschen in Burkina Faso, der Elfenbeinküste und Mali als Muttersprache gesprochen und darüber hinaus von über 12 Millionen Menschen als Handels- und Verkehrssprache. Die Übersetzung der Jula-Bibel begann 1983 mit sprachwissenschaftlichen Studien durch Dr. Fritz Goerling (Deutschland) und Randy Groff (USA). 1993 wurde das Neue Testament in Zusammenarbeit mit einheimischen Mitarbeitern fertiggestellt. Dr. Goerling war auch bei der Übersetzung des Alten Testamentes unter der Federführung von Pastor Moussa Diakité, Elfenbeinküste, beratend tätig.

Am 1. März wird in Mbengwi, Kamerun das Neue Testament auf Metta an die Bevölkerung übergeben. Metta wird im westlichen Bergland Kameruns von knapp 90 000 Menschen gesprochen. Ungefähr 80% der Metta-Sprecher sind Mitglieder einer christlichen Kirche. Von 1972-89 arbeitete das deutsch-britische Ehepaar Klaus und Janice Spreda im Auftrag von Wycliff Deutschland an der Erforschung der Metta-Sprache und begann mit der Übersetzungsarbeit. 2000 wurde das Projekt von der einheimischen Bibelübersetzungsorganisation CABTAL übernommen, wurde aber weiterhin von Deutschland aus mitfinanziert.

Am 15. März wird das Neue Testament in Zégata, Elfenbeinküste für die knapp 40 000 Yaouré übergeben, die nordwestlich der Hauptstadt Yamoussoukro leben. Dieses Neue Testament wurde bereits 2000 fertiggestellt, konnte aber aufgrund des Bürgerkriegs und der politischen Konflikte im Land bislang nicht offiziell übergeben werden. Auch wenn die Yaouré-Gemeinden das Neue Testament nun schon bald 14 Jahre in ihrer eigenen Sprache nutzen, kommt dem Tag der Übergabe große Bedeutung zu: Die Sprache und Kultur der Yaouré erfahren damit eine Würdigung und Aufwertung, und das übersetzte Neue Testament kann über die Gemeinden hinaus bekannt gemacht werden. Frank und Uschi Lautenschlager, Mitarbeiter von Wycliff Deutschland, haben von 1986-97 an der Yaouré-Übersetzung gearbeitet, später ging die Arbeit in einheimische Hände unter der Leitung des Übersetzers Konan Yao Marc über.

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