Gemeindematerial

Kurzgeschichten

Kann man einen Menschen geben?

Wenn man etwas gibt, sind drei daran beteiligt:

  • der Geber (ein Mensch),
  • der Empfänger (ein anderer Mensch)
  • und die Gabe (eine Sache).

Normalerweise wird eine konkrete Sache gegeben: Brot, Wasser, ein Werkzeug, ein Huhn, Geld, manchmal auch etwas Abstraktes wie Liebe oder ein Lächeln. Nur selten werden Menschen „gegeben“, aber es kommt vor, zum Beispiel in die Sklaverei, oder früher, als Menschen Göttern geopfert wurden.

In vielen Kulturen ist es undenkbar, einen Menschen zu geben. Die Kalinga auf den Philippinen können mit der Aussage von Johannes 3,16 „Gott gab seinen Sohn“ nichts anfangen; sie wissen nicht, was es bedeuten könnte. Was macht nun der Bibelübersetzer?

Die gewählte Lösung steht im nächsten Vers 17. Johannes verwendet dort ein ähnliches Wort, „schicken“, für die gleiche Aussage. Das Wort passt auch im Vers 16: „Gott hat seinen Sohn geschickt, damit …“ Nun verstehen die Kalinga, was gemeint ist. Der Nachteil ist, dass etwas von der ursprünglichen Bedeutung, die in „geben“ enthalten ist, verloren gegangen ist. Der Zusammenhang macht jedoch klar, dass der Sohn eine Gabe ist.

Übersetzen bedeutet immer Entscheidungen zu treffen. Manchmal stehen zwei Ausdrücke zur Wahl, die beide mehr oder weniger gut das Original wiedergeben. In andern Fällen, wie hier, heißt es, zu wählen zwischen einer Variante, die dem Original nicht ganz zu 100 Prozent entspricht, und einer Variante, die für den Leser überhaupt keinen Sinn ergibt.
(nach Hart Viem)

Zu unwürdig für Gottes edle Ohren

Wir saßen auf geflochtenen Matten im Haus des Dorfpastors. 13 Personen, fast alle Spezialisten für Medienarbeit, die bei einer Reise durch Südostasien Geschichten, Fotos und Videomaterial von Übersetzungsprojekten sammelten.

Einige Frauen hatten Essen für uns vorbereitet: Taro frittiert in Kokosöl, Tofu und Gemüse, serviert mit einer scharfen Chili-Erdnusssoße und süßem Kokostee. Wir hielten inne und warteten, dass der Pastor für das Essen danken würde.Man with coconuts

„In welcher Sprache soll ich beten?“, fragte er.

„In deiner Herzenssprache“, antworteten wir wie aus einem Munde. Darum geht es doch schließlich in unserer Arbeit und das ist es, was wir gerne hören wollten.

„Nein, ich kann nicht. Ich werde es auch nicht tun“, antwortete er feierlich, „ich werde in der Regionalsprache beten.“ Und das tat er dann auch.

Später erzählte uns der Übersetzer, warum der Pastor sich geweigert hatte, in seiner Muttersprache mit Gott zu reden. Die Menschen, die in diesem abgelegenen Waldgebiet lebten, wurden von anderen in ihrer Region oft verlacht als arme Kokosbauern. Als Reaktion auf diesen Spott begannen sie, sich für ihre Identität und Kultur zu schämen – und sie führten das auf ihre Sprache zurück. Es ist die Sprache ihrer Vorfahren, das eine Merkmal, das sie am deutlichsten von den anderen Volksgruppen unterscheidet – und doch ist es ihre Sprache, weswegen sie sich am meisten vor den anderen schämten.

Somit sprechen sie ihre Muttersprache nur untereinander. Sie fühlen sich unwohl dabei, ihre Sprache vor Menschen anderer Volksgruppen zu sprechen. Am meisten schämen sie sich, in ihrer Sprache mit Gott zu reden. Sie glauben, dass sie zu derb ist, zu unwürdig für Gottes edle Ohren; es würde ihm Schmerzen bereiten, ihre Sprache zu hören. Der Übersetzer, der uns das erklärte, endete mit dem Satz: „Darum wird keiner in seiner Muttersprache beten“.

„Doch“, unterbrach die junge Frau, die auch an der Übersetzung des neuen Testamentes mitarbeitete.
Ja, also doch, wirklich!

Wie wird es die Situation dieses Volkes ändern, wenn sie erfahren wie sehr Christus sie wertschätzt, einfach so, wie sie sind? Wie werden Sie ihre Sprache sehen, wenn Gott selber durch das übersetzte Wort in ihrer Sprache zu ihnen spricht? Welchen Einfluss wird das auf ihr Selbstbewusstsein haben und auf ihr Gebetsleben?

Eines Tages werden dieser Pastor und andere aus diesem Dorf vor Gottes himmlischem Thron stehen und ihn in ihrer Muttersprache anbeten – ohne sich zu schämen. Wie werden sie sich fühlen?

Dawn Kruger

„Schalte es an!“

Beim Volk der F, einer großen nomadischen Volksgruppe in Westafrika, war wenig Interesse an der Bibel, die meisten Menschen waren Analphabeten und sie gehörten dem Islam an.

20151123_150707[1]Ein junger Mann nahm ein Megavoice mit dem NT mit auf eine Feier und spielte es abseits von der Gruppe ab. Als der Häuptling der Volksgruppe bemerkte, dass eine Gruppe Leute etwas hörte, rief er den jungen Mann zu sich. Der hatte Angst, da der Häuptling die Christen verfolgte, aufgrund „schlechter Dinge“, die er von ihnen gehört hatte. Er sagte, „Man hat mir erzählt, du hast ein Radio, das ohne Batterien abspielt. Ist das wahr? Was spielt es ab?“

„Ja, es spielt Botschaften ab, wie man Jesus nachfolgen kann“.

„Schalte es an!“

Alle hörten mit Spannung zu. Nach einer Weile überraschte der Häuptling alle mit der Aussage, „Wenn es das ist, worum es beim Christentum geht, dann bin ich interessiert. Wo kann ich so ein Gerät kaufen?“

Mit diesem Interesse setzte der Häuptling alles auf eine Karte: Seine Stellung, seinen Reichtum, seine Familie und vielleicht sein Leben. Aber das war es ihm wert.

Liebliche Reifen

LKWDie Bibel sagt: „Wie lieblich sind die Füße der Freudenboten“, aber was ist, wenn diese Füße die abgefahrenen Reifen eines schwer beladenen Kleinlasters sind? Am 5. November 2013 wurde ein ganz gewöhnlicher Laster „lieblich“ gemacht, als er mit Kisten beladen wurde, die voll von Gottes Guter Nachricht für die Kimwani (Mwani) waren. Diese vorwiegend muslimische Volksgruppe lebt auf den Inseln an der Küste Mosambiks. Und die kostbare Ladung, die der Laster transportierte, waren die Hälfte der Neuen Testamente, die für sie gedruckt worden waren. Die Neuen Testamente wurden für die Übergabefeier Ende November von Nampula nach Pemba gebracht. An diesem Tag dankten alle Gott – nicht nur für die lieblichen Füße des Übersetzerteams, der Beter und der Spender, die das Neue Testament in Kimwani möglich gemacht hatten, sondern auch für die lieblichen, abgefahrenen Reifen eines Lasters, vollbeladen mit der Guten Nachricht von Gottes Liebe für alle Menschen.
von Wendi Richardson, Mosambik

„Kein Kirchenschlaf mehr“ – Kurzgeschichte aus Guatemala

Alle, die während der Predigt einschlafen, bekommen von den Diakonen einen kleinen Stockschlag auf den Kopf. Das konnte aber nicht die Lösung sein…
Kurzgeschichte im pdf-Format

Die Wittenbergische Nachtigall – Martin Luther und die Musik

Luther widersetzt sich mit dem Gemeindegesangbuch auf Deutsch einem Dekret von 1435. Es verbot den Gläubigen, geistliche Lieder in der Muttersprache im Gottesdienst zu singen.
pdf-Dokument – Die Wittenbergische Nachtigall

 

Zitate von Menschen aus aller Welt

Aussagen von Menschen, die zum ersten Mal wirklich verstanden haben, was Gott ihnen sagen will.
pdf-Dokument – Jetzt verstehe ich

Schriftlesung: Hören ohne zu verstehen

Jemand liest einen Text aus einer fremdsprachigen Bibel. Die Zuhörer bekommen ein Gefühl dafür, wie es ist, wegen fehlender Sprachkenntnisse die Bibel nicht zu verstehen.
pdf-Dokument „Hören ohne zu verstehen“

„Gott tut gut“

Lied mit den elf Buchstaben des Rotoka-Alphabets
Rotoka-Lied

 Leben ohne Bibel

Module für den Gottesdienst:

Anspiel: „Wo finde ich Liebe“

Anspiel: „Unser Reichtum – ihre Armut“

Anspiel: „Bibel in Ketten“

Anspiel : „Schließt die Bibel auf“